Übersetzungsfehler zum Schmunzeln
Kommentar von Valerij Tomarenko, 11.05.2010:
Wo der Übersetzer (ein menschlicher, versteht sich, von maschinellen Übersetzern ist hier noch nicht die Rede) aufgrund von Unaufmerksamkeit etwas übersieht, missversteht, nicht mitdenkt oder sich mit einer Materie nicht genug auskennt, entstehen lustige Fehler. So wie in der russischen Übersetzung von Christian Krachts „Faserland“, wo die Übersetzerin aus dem „türkisen Porsche“ einen „türkischen Porsche“ oder aus dem „FC St. Pauli“ einen „Brasilianischen Fußballclub von Sao Paolo“ produzierte.
Im Laufe meines Berufslebens als technischer Übersetzer, Redakteur, Lektor bzw. Korrektor hat sich schon einiges Witziges bei mir angesammelt, was ich zu überarbeiten oder „nur zur Info“ (meistens ältere, bereits vorhandene russische Übersetzungen) von Kunden bekommen habe. Hier die ersten drei Beispiele zum Schmunzeln:
1. Nach etwa 30 Seiten Korrekturlesen einer bereits vorhandenen russischsprachigen Gebrauchsanweisung von Dräger Medical überraschte mich doch die Beschreibung der Funktionsweise eines immer wiederkehrenden ATOMGERÄTES, das sich – nachdem es noch einige Seiten munter um die ATOMTECHNIK ging - später doch zum anfänglichen Narkoseapparat (also Atemgerät) rückmutierte. Gut, wenn der Übersetzer zumindest kurz vor dem Ende das Richtige erkennt.
2. Bei dem auf der Verpackung angegebenen Lieferumfang eines CD-Brenners von Mitsumi - Laufwerk, Installations-CD, Befestigungsschrauben und Handtuch - fiel mir das russische „polotenze“ (Handtuch) sofort ins Auge. Toll, dachte ich mir, wenn mit dem Einbau des Laufwerks was nicht klappt, dann kann der User zumindest das Handtuch werfen. Oder war das Tuch zum Polieren von Rohlingen gedacht? Der englische Lieferumfang lautete etwas anders: „fastening screws, and manual (user guide)“. Klar, ohne Brille kann man schon ein „Handbuch“ mit einem „Handtuch“ verwechseln, aber fällt es sonst niemandem auf?
3. Die deutsche Firma Schrage ist als Hersteller von Fördersystemen, insbesondere Rohrkettenförderern, international präsent und weit bekannt. Um so mehr mein Erstaunen, als ich vor einigen Jahren eine ältere (nunmehr verjährte) Firmenbroschüre in den als Hilfe zur Übersetzung gelieferten Unterlagen fand, in der die SCHRAGE Fördersysteme als „schräge Förderer“ (косые конвейеры) übersetzt wurden. Lustigerweise ist das russische Wort „kosoj“ bestens geeignet, auch einige Nebenbedeutungen vom deutschen Adjektiv „schräg“ zu transportieren.
Wo der Übersetzer (ein menschlicher, versteht sich, von maschinellen Übersetzern ist hier noch nicht die Rede) aufgrund von Unaufmerksamkeit etwas übersieht, missversteht, nicht mitdenkt oder sich mit einer Materie nicht genug auskennt, entstehen lustige Fehler. So wie in der russischen Übersetzung von Christian Krachts „Faserland“, wo die Übersetzerin aus dem „türkisen Porsche“ einen „türkischen Porsche“ oder aus dem „FC St. Pauli“ einen „Brasilianischen Fußballclub von Sao Paolo“ produzierte.
Im Laufe meines Berufslebens als technischer Übersetzer, Redakteur, Lektor bzw. Korrektor hat sich schon einiges Witziges bei mir angesammelt, was ich zu überarbeiten oder „nur zur Info“ (meistens ältere, bereits vorhandene russische Übersetzungen) von Kunden bekommen habe. Hier die ersten drei Beispiele zum Schmunzeln:
1. Nach etwa 30 Seiten Korrekturlesen einer bereits vorhandenen russischsprachigen Gebrauchsanweisung von Dräger Medical überraschte mich doch die Beschreibung der Funktionsweise eines immer wiederkehrenden ATOMGERÄTES, das sich – nachdem es noch einige Seiten munter um die ATOMTECHNIK ging - später doch zum anfänglichen Narkoseapparat (also Atemgerät) rückmutierte. Gut, wenn der Übersetzer zumindest kurz vor dem Ende das Richtige erkennt.
2. Bei dem auf der Verpackung angegebenen Lieferumfang eines CD-Brenners von Mitsumi - Laufwerk, Installations-CD, Befestigungsschrauben und Handtuch - fiel mir das russische „polotenze“ (Handtuch) sofort ins Auge. Toll, dachte ich mir, wenn mit dem Einbau des Laufwerks was nicht klappt, dann kann der User zumindest das Handtuch werfen. Oder war das Tuch zum Polieren von Rohlingen gedacht? Der englische Lieferumfang lautete etwas anders: „fastening screws, and manual (user guide)“. Klar, ohne Brille kann man schon ein „Handbuch“ mit einem „Handtuch“ verwechseln, aber fällt es sonst niemandem auf?
3. Die deutsche Firma Schrage ist als Hersteller von Fördersystemen, insbesondere Rohrkettenförderern, international präsent und weit bekannt. Um so mehr mein Erstaunen, als ich vor einigen Jahren eine ältere (nunmehr verjährte) Firmenbroschüre in den als Hilfe zur Übersetzung gelieferten Unterlagen fand, in der die SCHRAGE Fördersysteme als „schräge Förderer“ (косые конвейеры) übersetzt wurden. Lustigerweise ist das russische Wort „kosoj“ bestens geeignet, auch einige Nebenbedeutungen vom deutschen Adjektiv „schräg“ zu transportieren.